Vom Ausbau eines Dachbodens

Viele Häuser können Geschichten erzählen. Solide gebaut, dienen sie Generationen als Wohn- und Arbeitsraum – sind ein Zuhause. Oftmals verändern sich im Laufe der Zeit die Lebensbedingungen der Bewohner. Der Platzbedarf nimmt zu, man möchte separate Bereiche schaffen oder sich gestalterisch verwirklichen. Gerade ältere Häuser bieten für die Verwirklichung dieser Wünsche zuweilen Potenzial mit reizvollen Möglichkeiten. Ungenutzte Wirtschaftsräume, Nebengebäude oder Dachböden lassen sich mit einer umsichtigen Planung und gestalterischem Geschick in Räume verwandeln, in denen das Nebeneinander von Geschichte und Gegenwart eine ganz eigene, stilvolle Atmosphäre schafft.
An einem Beispiel aus unserem eigenen Hause möchten wir zeigen, wie in bestehender Bausubstanz moderne Räume entstehen, die Komfort und Funktionalität mit einer authentischen Ästhetik verbinden.

Die Büroräume in unserem Unternehmen sind so konzipiert, dass alle Arbeitsplätze genügend Raum zur konzentrierten Entfaltung bieten und gleichzeitig kurze Wege und spontaner Gedanken-Austausch gewährleistet sind. Das entspricht unserer Philosophie. Durch die Notwendigkeit, einen weiteren Arbeitsplatz einzurichten, stießen wir an räumliche Grenzen. Die Zeit für den Ausbau unseres Dachbodens war gekommen.
Ungenutzte 120 m2 Quadratmeter beherbergten über Jahrzehnte nichts als Vergangenheit und Erinnerungen. Jetzt hieß es, zunächst alle baulichen Maßnahmen zu treffen, um sowohl hohen energetischen Ansprüchen gerecht zu werden, wie auch für angenehmes Raumklima zu sorgen und nicht zuletzt die Basis für eine niveauvolle Inneneinrichtung zu schaffen.

Entstanden ist ein großer Raum, der durch eine Glasschiebetür geteilt werden kann. Studioartig dient er Hartmut Fricke als Büro, Präsentationsraum und Inspirationsquelle. Durch zahlreiche Fenster fällt reichlich Tageslicht, das für eine Beurteilung von Farben und Strukturen wichtig ist. Die Beschattung wird über Fernbedienung geregelt. Originelle Designleuchten ergänzen als künstliche Lichtquelle.

Dezentes Spiel der Materialien
Auf unaufdringliche Weise ist der Raum selbst ein Materialmuster. Die unterschiedlichsten Werkstoffe wurden hier miteinander kombiniert und zeigen anschaulich, wie sie harmonisch miteinander korrespondieren. Der helle warme Grauton des Teppichbodens nimmt den Stühlen aus Stahlrohr und schwarzen Leder jegliche Härte. Das geweißte sichtbare Gebälk spielt gut zusammen mit der hellen Eiche der Schränke, die wiederum teilweise durch rote Oberflächen akzentuiert werden. Mal als Glasfront in glänzender Farbbrillanz, mal als matte Kunststofffläche.
Der subtile Materialmix setzt sich fort im hinteren Bereich des Raumes, der vorrangig der Archivierung dient. Die rostig anmutende Oberfläche der Schranktüren wird aufgebrochen durch helle nüchterne Sideboards. Als verbindendes Element ist ein Stück pockennarbiges Treibholz eingesetzt.
Ein Stück norddeutscher Wolkenhimmel aufgebracht an der Regalrückseite des Archivs und platziert an der Giebelseite gibt dem Raum einen Akzent von Grenzenlosigkeit.