Industrie-Charme trifft auf Gemütlichkeit

In dem aktuellen Projekt ging es darum, das Gebäude, das als Domizil für eine Autosammlung des Vaters gedient hatte, in ein Wohnhaus für die Familie der jüngsten Tochter umzubauen. Wo einmal Technik und starke PS dominierten, wollten Eltern, zwei kleine Mädchen und ein Labrador in ein stilvoll gemütliches Zuhause einziehen.

Mit ihrer außergewöhnlichen Gestaltungsidee, nämlich einen Industriecharakter mit Sylter Inselcharme zu verbinden, sorgte die Auftraggeberin für Überraschung und bei Hartmut Fricke für Ansporn. Besondere Herausforderungen stellen für ihn bekanntlich besonders reizvolle Aufgaben dar und so machte er sich unverzüglich daran, für die auf zwei Etagen verteilten 700 Quadratmeter der „Alten Scheune“ neue Grundrisse zu zeichnen.

Für Koordination, Kundenberatung, Entwurf und Planung, Material- und Designauswahl sowie Vorbereitung für Produktion und Montage hatte er in Tochter und Juniorchefin Kim Fricke-Müller eine wertvolle Partnerin.

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Hoch hinauf

Ein lichtdurchfluteter Windfang führt ins großzügige Treppenhaus, das dominiert wird von einer imposanten Wendeltreppe aus Stahl. Sie ist geblieben vom früheren Autohaus und fügt sich dennoch harmonisch ins neue Bild ein. Natürliche, helle Töne bestimmen das Farbkonzept des Raumes. Die heute weiße Treppe hat einen Handlauf und Stufen aus Eiche bekommen. Wegen der noch kleinen Kinder sind oben und unten passende Treppenschutzgitter angebracht, die in ein paar Jahren problemlos wieder abgenommen werden.

Zur Linken sorgt ein großer Garderoben-Wandschrank für Ordnung. Auch hier wieder Eiche mit dem warmen Bronzeton, der besonders zur Geltung kommt durch eine indirekte Beleuchtung der aufgesetzten Stableuchten.
Getragen wird die Raumatmosphäre von sandfarbenen Sylter Fliesen mit getrommelter Oberfläche.

 

Willkommen

Beim Eintritt ins Treppenhaus fällt der Blick direkt auf die Unterwasserwelt eines großen Aquariums. Auf einer Breite von 2,3 Metern gleiten die zahlreichen Fische beruhigend durch das Wasser. So werden Treppenhaus und Wohnbereich gleichzeitig getrennt und verbunden. Von Fricke maßangefertigt wurden die Türelemente zur Bedienung. Im unteren Bereich verbergen sie eine aufwändige Technik, die obere Verblendung lässt sich für die Fütterung aufklappen, sowohl vom Treppenhaus als auch vom Wohnzimmer aus.

Urbaner Loft-Charakter entsteht durch Glastüren mit Rahmen und Sprossen aus schwarzem Metall, die in Windfang und Wohnbereich führen.
Analog zur Form der Wendeltreppe prägt eine mit Eiche vertäfelte gerundete Wand den Raum. Durch eine versetzte Anordnung der Holzleisten bekommt sie Tiefe und Struktur. Fast unsichtbar verbirgt sich hier die Tür zum Gäste-WC. Dort trägt ein Waschtisch aus Altholz das handgefertigte, türkisfarbene Ton-becken, darauf abgestimmt ein Fliesenspiegel aus orientalisch anmutenden „Marrakesch-Fliesen.“

Die Zusammenstellung von Materialien und Farben verleiht diesem Entrée eine ruhige und doch lebendige Ausstrahlung. Beim Betreten des Hauses fühlt man sich als Gast sofort willkommen.

 

Grenzenlose Gemütlichkeit

Hier ist Platz für Lebensfreude und Genuss – von der meditativen Ruhe des Aquariums über die einladende Sofalandschaft hin zum kommunikativen Familientreffpunkt in Form eines opulenten ovalen Esstisches. Daran angrenzend die offene Küche, die das Herz manch leidenschaftlicher Köche und Köchinnen höherschlagen lassen würde.

Trotz seiner Größe ist dieser Raum gemütliches Herzstück des Zusammenlebens. Vis-à-vis des großen Sofas steht eine maßgefertigte, schwarzlackierte Schrankwand im Kontrast zu den hellen Fußbodendielen aus Fichtenholz. Mittig prangt der große Monitor, getragen von einem breiten Gaskamin, der heimeliges Licht und wohltuende Wärme verströmt.
Verdeckt angebrachte Lichtleisten sorgen für eine indirekte LED-Beleuchtung der Regale. Obligatorisch für Möbel aus dem Hause Fricke sind versteckte Kabelführungen der technischen Geräte.

Die Kaffeebar bringt eine industrielle Komponente in die Raumgestaltung und unterstützt damit den Loft-Charakter. Der Rahmen der Möbel wurde nach Fricke-Entwürfen vom Schlosser gefertigt. Das Material korrespondiert mit den Metalltüren aus dem Treppenhaus. Die Schubfächer sind aus geöltem Nadel-Altholz gefertigt. Rohe Ziegelriemchen dienen als rustikale Wandverkleidung. Sie wurden eigens für diesen Zweck von einem Maurer auf 15 mm Stärke aufgetrennt. Massiv und kraftvoll kommt hier die Zone daher, wo der stärkende Kaffee zur Pause einlädt.

 

Ein Küchenparadies

Die Küche lässt Küchenchefs vor Neid erblassen.
Zahlreiche Schränke bieten unermesslichen Stauraum. Die Fronten bestehen aus mehrschichtig gestrichenem und lasiertem Nadel-Altholz, dessen wohldosierter Wurmstich ihnen einen souveränen Vintage-Charme verleiht. Hier und da zieren rautenförmige Rillenfräsungen die Kassetten. Passend dazu die Beschläge aus roher Bronze. Höchst ergonomisch sind die kurzen Wege zwischen der hinteren Küchenzeile und der großen Kochinsel, über der eine weitere Ablage aus Metall und Altholz schwebt.

Die moderne Küchentechnik lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Dampfgarer, Wärme- und Vakuumierschubladen, Weinkühlschränke sorgen für kulinarische und wohltemperierte Genüsse. Bei der Auswahl der Geräte ist unter anderem darauf zu achten, dass sie sich in die Möbelfronten integrieren lassen. Das ist nicht immer möglich und so musste ein Weinkühlschrank aus Dänemark beschafft werden.
Ein optisch besonderes Highlight ist die aus einem Stück vom Steinmetz handgehauene Spüle, die wie die Arbeitsplatte und die Bodenfliesen aus Kalkstein besteht.

Hier im Küchenbereich tauchen wieder die Sylter Fliesen als Bodenbelag auf. Die kreative und sorgfältige Materialauswahl findet ihre Entsprechung unter der Decke. Über 100 Jahre alte Nadelholzbalken, jeder mehr als 8 Meter lang, wurden von Hartmut Fricke dafür ausgewählt. Sowohl die Balken als auch die entsprechenden Einschubdecken wurden von einem Kunstmaler bearbeitet. Wenn auch nicht tragend, so erfüllen sie doch eine wesentliche gestalterische Funktion. Sie teilen den großen Raum in optische Segmente.

 

Platz für Aktivität und Entspannung

Im Obergeschoss ist ein Teil der früheren Einrichtung erhalten geblieben. Die Wendeltreppe führt direkt in eine geräumige Bar, in der sich einst Autoliebhaber zum Fachsimpeln versammelt haben. Hier ist auch heute der Platz für gesellige Zusammentreffen von Familie und Freunden. Noch deutlich ist in der Einrichtung die zeitlose Handschrift aus dem Hause Fricke zu erkennen.
Der anschließende lange, helle Korridor kennzeichnet den neugestalteten Bereich dieser Etage. Von ihm gehen rechterhand zwei Kinderzimmer und ein Gästezimmer ab. Auf der anderen Seite befinden sich ein Büro sowie ein Fitnessraum. Am Ende mündet der Gang in eine großzügige Saunalandschaft.

Auch die neue Generation lebt in diesem Haus ihre Sammelleidenschaft aus. Es sind nicht mehr die Autos, die hier staunenden Blicken präsentiert werden, sondern Schallplatten, alte Abspielgeräte, Atari-Computer und Zubehör. Diese Exponate werden in offenen Vitrinen mit indirekter Beleuchtung wirkungsvoll in Szene gesetzt.

Das Gästezimmer birgt die Gefahr, dass Besucher für immer bleiben möchten. Aus dem von Kim Fricke-Müller vorgeschlagenen Farb- und Materialkonzept wurde ein sanftes Lindgrün gewählt, das sich im Bett inklusive gepolstertem Kopfteil sowie in den Fronten des maßgefertigten Schrankes wiederfindet. Gardinen und Accessoires sind geschmackvoll darauf abgestimmt. Ebenso wie in den Kinderzimmern ist ein komfortables Bad integriert.

 

Relaxen im Birkenwald

Hier kann man Urlaub zu Hause genießen. Die Saunalandschaft zeugt von exklusivem Geschmack, der jedoch ganz unaufdringlich seine in sich ruhende Wirkung ausbreitet.

Der Saunaraum an sich ist komplett mit Tannen-Altholz vertäfelt, das behagliche Gemütlichkeit mit einer belebenden Optik verbindet.
In der Ruhezone dieser Wohlfühloase sind auf einem runden Plateau die Liegen angeordnet mit Blick auf einen von der Decke hängenden Ethanolkamin.
Begrenzt wieder von einer gerundeten, vertäfelten Holzwand. Rückwärtig säumen sibirische Birkenstämme das Rondell. Bei Musik und sanftem, regulierbarem Licht träumt man sich hier von Saunagang zu Saunagang.

Die praktische Trinkstation besteht aus einem Marmorbecken, das von einer runden Säule getragen wird. Die Oberflächen der Säule sowie einer halbrunden Raumabgrenzung sind Krakeleearbeiten, die bei Fricke häufig auch im Yachtbau angewendet werden.

 

Zuhause in Harmonie

Das ganze Anwesen hat ein unvergleichliches Ambiente, das bis in die Außenbereiche durchdacht ist und dabei eine natürliche und unkonstruierte Ausstrahlung behält. Die kreisförmige Sitzbank aus Eiche lädt zum Verweilen ein und begrenzt ein mit Sträuchern und Stauden bewachsenes Beet. So entsteht ein attraktiver, sichtgeschützter Sitzplatz direkt vor dem Hauseingang. Im Garten gegenüber der Terrasse befindet sich die Outdoorküche. Funktional und optisch das ideale Refugium für Grillmeister und Gastgeber stimmungsvoller Gartenpartys.

Leistungen

  • Raumkonzept
  • Einrichtungskonzept
  • Küchenplanung
  • Badplanung
  • Fertigung
  • Montage

Eigene Fertigung

  • Küche
  • Hauswirtschaftsraum
  • Bäder
  • Wohnzimmer
  • Schlafzimmer
  • Kinderzimmer
  • Treppenhaus
  • Sauna
  • Aquarium
  • Outdoorküche